Wasserrückhaltung auf dem Plettenberg funktioniert

Die beiden Wasserrückhaltebecken im Kalksteinbruch auf dem Plettenberg sind voll in Funktion. Sie sind in ihrer Dimension so ausgelegt, dass sie einem „hundertjährigen Hochwasser“ standhalten würden – beim extremen Starkregen am letzten Juliwochenende 2015 haben sie ihren Zweck voll erfüllt.

Gleichermaßen hat der neu geschaffene Damm am Waldhausbach seine Funktionstüchtigkeit bewiesen. Die Gemeinden Hausen am Tann und Ratshausen sind in Extremwettersituationen mit Hochwasser konfrontiert – was nicht zuletzt auch der „Kesseltopographie“ der Gemeinden zuzuschreiben ist. Das Einzugsgebiet reicht bis hoch auf den Lochen. Da trage der Plettenberg nur einen kleinen Teil zur allgemeinen Lage bei, räumte Bürgermeister Lebherz im Rahmen der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 30. Juli in Ratshausen ein.

Aktuell werden 11 Liter Wasser/Sekunde in den Waldhausweiher abgeleitet. Wie wenig das ist, zeigt das Foto – das blaue Rohr hat einen Durchmesser von 10 Zentimetern

Bereits im Herbst 2014 wurde eine 220 Meter lange Bohrung durch den steilen Bereich im Berg gemacht. Beim Wasserbecken in der Nähe des Osthanges auf der Sohle des Kalksteinbruchs wurde ein Beton-Schacht gebaut, in dem die Wassertechnik zur Wasserstandsregulierung und der Steuerung der Durchflußmenge installiert wurde. Beim Starkregen im Juli zeigte sich, dass noch eine Konstruktionsänderung am Schieber notwendig war. Diese ist erledigt: Mit einer Verlängerung des Absperrhahns wurde die Schieberbedienung einfacher zugänglich gemacht

Tadellose Wasserqualität

Unser Trinkwasser unterliegt seit jeher strengen Kontrollen. Die jüngsten Untersuchungen, die Holcim sowie die Gemeinden Ratshausen und Dotternhausen unabhängig voneinander veranlasst haben zeigen erneut, dass die Wasserqualität tadellos ist. Sie belegen auch, dass Bedenken hinsichtlich Sprengstoffrückständen im Wasser haltlos sind – es gibt keinen Nachweis dafür.

Der Plettenberg ist für uns alle wichtig
Süderweiterung, Naturschutz und Freizeit vereinen

Für die einen ist er ein Stück Heimat, für die anderen eine Rohstoffquelle. Für alle ist er besonders wichtig: Der 1002-Meter-hohe Plettenberg. Dabei schließt die eine Nutzung, die andere nicht aus.

Weil Stein nicht gleich Stein ist – und die mineralische Zusammensetzung von Kalkstein erheblich schwankt – ist es wichtig, Kalkstein aus verschiedenen Schichten zu mischen. Der Abbau des Kalksteins erfolgt auf drei Sohlen, jede ist etwa zwanzig Meter mächtig. Das Material wird im Durchschnitt einmal pro Woche gesprengt. Danach wird es mit dem Radlader auf große Muldenkipper geladen und in den Brecher der Seilbahn-Bergstation gekippt. Dann wird der vorzerkleinerte Kalkstein mit den Loren ins Tal transportiert.

Erweiterung von existenzieller Bedeutung
„Wir gewinnen rund 4 000 t Kalkstein am Tag – das sind etwa 20 000 t pro Woche“, erklärt Andreas Junginger, bei Holcim für die Gewinnungsbetriebe verantwortlich. Seit über 100 Jahren wird auf dem Plettenberg Kalkstein abgebaut. Das Dotternhausener Zementwerk ist über 75 Jahre alt und nutzt seit Anfang an den Berg als wichtige Rohstoffquelle. Aktuell steht eine Erweiterung der Abbaufläche an, um die Zementproduktion für die Zukunft zu sichern. Die „Süderweiterung“ bietet Holcim Rohstoffreserven für die kommenden 40 Jahre. Andreas Junginger: „Die Süderweiterung ist für uns von existenzieller Bedeutung. Nur damit können wir langfristig planen und vor allem die erforderliche Qualität produzieren. Wir müssen Material aus den unterschiedlichsten Ecken des Berges mischen.“ Dabei wird der Berg nicht „platt“ gemacht – im Bruch wird die tiefste Sohle bei 940 Metern sein!

Interessensaustausch am runden Tisch
„Der Rohstoffabbau ist unbestritten ein Eingriff in die Natur“, räumt Werksleiter Dieter Schillo ein. „Es ist in unser aller Interesse, den Plettenberg so zu bewirtschaften, dass auch unsere Kinder, Enkel und Urenkel hier ein Stück Heimat wiederfinden und wir einen Kompromiss zwischen der wirtschaftlichen Nutzung und der Nutzung für weitere wichtige Interessensgruppen, wie Naturschutz, Forstwirtschaft, Albverein, Wanderer und Erholungssuchende, finden“. Zahlreiche Interessen treffen hier zusammen und diese gilt es zu vereinen. Die Interessensgruppen werden laufend informiert und auch an „den runden Tisch“ geholt. So fand beispielsweise bereits im Februar 2013 ein sogenannter „Scoping-Termin“ statt, bei dem über 28 Vertreter aus Gemeinden, Behörden und Naturschutz geladen waren, um Ihre Belange einzubringen. Selbstverständlich unter Mitwirkung der verantwortlichen Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt Zollernalbkreis.

Experten begutachten Situation
Um so gut wie möglich planen zu können und mehr über die möglichen Auswirkungen des Abbaus zu erfahren, hat Holcim verschiedene aufwendige Gutachten in Auftrag gegeben. Konkret betrachten externe Experten Themen, wie Geräuschimmissionen, Spreng-Erschütterungen, Wind, Klima, Hydro-Geologie, Flora-Fauna, Staub. Die Ergebnisse aller sechs Gutachten werden bis Sommer 2015 vorliegen – einzelne, wie beispielsweise zum Thema Spreng-Erschütterungen, liegen bereits vor.

Die komplette Fläche der „Süderweiterung“ liegt auf der Gemarkung der Gemeinde Dotternhausen. Es sind rund 20 ha, die Holcim Rohstoffreserven für 40 Jahre bieten.

In Kulisse stecken sieben Jahre Rohstoff
Die derzeitige Kalksteingewinnung basiert auf der Genehmigung des Landratsamtes Zollernalbkreis vom 30.03.1977. In ihr werden sowohl die Rohstoffgewinnung als auch die Rekultivierung für die derzeit im Eingriff befindliche Fläche geregelt. Mit Genehmigung vom 02.02.1982 wurde die Rekultivierungsplanung nochmals angepasst.

Die Genehmigung umfasst die gesamte derzeit eingezäunte Fläche. Sie sieht den Kalksteinabbau mit drei Sohlen bis zu einer maximalen Tiefe von 940 m vor. Der Abbau erfolgt grundsätzlich von Norden nach Süden. Die Kulissen in Richtung Norden (Dotternhausen, Roßwangen), Süden (Ratshausen) und Westen (Schömberg) bleiben bestehen. Lediglich die östliche Kulisse in Richtung Schafberg wird am Ende abgebaut und der Steinbruch nach Osten hin geöffnet. Im Endzustand gleicht der Plettenberg dann einem nach Osten geöffneten Amphitheater und wird zu einem wertvollen Biotop- und Landschaftsgebiet.

Noch offen, wann Kulisse geöffnet wird
Diese östliche Kulisse fasst rund sieben Millionen Tonnen Kalkstein, das entspricht rund sieben Jahren Vorrat. Über den Zeitpunkt, wann die Kulisse geöffnet wird, gibt es noch keine Entscheidung. Es haben sich zwei maßgebliche Interessen herauskristallisiert. Von einer Seite besteht der Wunsch, den im Moment in Rekultivierung befindlichen Bereich zwischen Bergstation und Plettenbergturm schnellstmöglich zugänglich zu machen, um Naturliebhabern und Wanderern zusätzlich Raum zu bieten. Dies setzt voraus, dass die Kulisse so bald als möglich fällt, da ein Befahren des dann öffentlichen Bereiches mit den Muldenkippern und Radladern nicht mehr möglich ist und die Fahrwege weg sind. In Konkurrenz dazu gibt es auch andere Interessen, nämlich die Kulisse und damit das Landschaftsbild in Richtung Hausen am Tann so lange wie möglich zu halten. Ohne die Kulisse läßt sich aus Richtung Hausen am Tann in den Bruch blicken – allerdings ins Grüne, in den Bereich, der im Moment rekultiviert wird. Andreas Junginger erklärt: „Wann auch immer die Kulisse in Angriff genommen wird. Der Kulissenabbau wird langsam vonstatten gehen, weil wir immer auf den Rohstoff-Mix achten müssen und aus verschiedenen Stellen des Kalksteinbruchs Material brauchen.“

Blick auf die Rohstoffreserven
Kalkstein Plettenberg: existentielle Grundlage für Zementwerk

Das genehmigte Abbaugebiet umfasst momentan noch ca. 19 Millionen Tonnen. Davon können aus Qualitätsgründen nur ca. 12 Millionen Tonnen verwendet werden. Die Differenz von 7 Millionen Tonnen kann aus Qualitätsgründen nur in Kombination mit Kalkstein aus der Süderweiterung verwendet werden.

Rohstoffe aus der Region – Baustoffe für die Region

Unsere Umwelt ist aus Beton gebaut – von der Straße über die Kanalisation bis zum Haus. Zum Betonieren braucht es Zement und darin wiederum steckt jede Menge Kalkstein. Die Schwäbische Alb ist „steinreich“ – dank den Rohstoffe Kalkstein und Ölschiefer aus der Region werden in Dotternhausen Baustoffe für die Region produziert.

Das Zementwerk produziert größtenteils für den Verbrauch im Radius von rund 120 Kilometern um das Werk herum. Beliefert werden überwiegend Baustellen, Betonwerke, Fertigteilwerke und Betonwarenhersteller in Baden-Württemberg. Gebrannter Ölschiefer wird auch in die Schwesterwerke in die Schweiz geliefert.

Jeder Baden-Württemberger benötigt in jeder Stunde durchschnittlich zwei ganze Hände voll Steine und dieser Bedarf kann nahezu vollständig aus heimischen Abbaustätten gedeckt werden. 95 % der abgebauten Gesteine werden in der Bauindustrie verwendet.

Kalkstein – Fenster in Erdgeschichte

Die Kalksteine des Weißen Jura alpha und beta (so nennt man die untersten Schichten des Oberen Jura) sind vor ca. 155 bis 150 Millionen Jahren aus den Ablagerungen eines Meeresschlamms entstanden.

Ein tropisches Meer mit Wassertemperaturen von 20 bis 25°C, Schwämme, Muscheln, Seeigel, Ammoniten und viele andere Meerestiere tummelten sich hier – ein Hauch von Karibik vor Millionen Jahren dort, wo sich heute die Schwäbische Alb erstreckt.
Damals sah es hier noch völlig anders aus als heute: die Kontinente lagen alle eng zusammen, weite Teile Europas waren wasserbedeckt, das Klima war tropisch warm, und viele der Lebewesen an Land und im Wasser sind inzwischen längst ausgestorben.
Wir kennen heute die Korallenriffe aus den tropischen Meeren, damals bildeten jedoch Schwämme mächtige Schwammriffe, die als Erhebungen vom Meeresgrund aufragten. Zwischen den Schwammriffen entstanden geschützte kleine Becken. Noch heute kann man die Strukturen der Schwammriffe im Steinbruch deutlich an den massigen Aufwölbungen zwischen den gebankten Kalken erkennen. Die Häufigkeit und Verteilung der Schwammriffe änderte sich im Laufe der Zeit und auch der Eintrag an tonigen Schwebstoffen durch Flüsse schwankte. Dies ist der Grund, warum die Gesteinsausbildung auf dem Plettenberg heute räumlich variiert.

Der Steinbruch auf dem Plettenberg ist aus geologischer Sicht ein einzigartiges Fenster in die faszinierende Erdgeschichte der Zeit des Oberen Jura. Zahlreiche Studentengruppen und Wissenschaftler besuchen Jahr für Jahr die geführten Touren durch den Steinbruch, um die fossile Lebewelt zu studieren, die Schichtung zu analysieren und die Paläoumwelt besser zu verstehen. Es gibt kaum eine Lokalität, an der man die durch die Schwammriffe verursachte berühmte „Girlandenschichtung“ so gut sehen kann wie hier.

Kalkstein ist der wichtigste Rohstoff unserer Region und wird von Holcim für die Baustoffproduktion verwendet. Im Alltag begegnet uns Kalkstein ständig, sei es in der Zahnpasta, in Seifen und Cremes, in Farben und Lacken, im Zucker und zahlreichen anderen Lebensmitteln, als Naturstein in Gärten, als Straßenschotter oder eben im Zement.

Ablauf Genehmigungsverfahren Süderweiterung:
Zeitstrahl Meilensteine Information und Planung
Kommunikation und Einbezug der Öffentlichkeit

Süderweiterung: 8 umfangreiche Gutachten als Basis

Folgende Gutachten sind im Hinblick auf die Süderweiterung bei verschiedenen externen Sachverständige in Auftrag. Die gesamten Gutachten werden in der 2. Jahreshälfte vorliegen. Sie werden dann von Holcim den Interessensgruppen vorgestellt.

- Lärm
- Spreng-Erschütterungen
- Wind
- Klima
- Staub
- Hydro-Geologiebis 3.Q/2015
- Standsicherheit Außenböschungenbis 3.Q/2015
- Flora-FaunaAktualisierung bis 3.Q/2015